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Joffrey dachte nicht l"nger als eine Sekunde nach, bevor er nickte.
"Wo?" lautete die einfache Frage.
"Ich kenne einen Ort, wo uns nicht einmal Varys' V"gel sehen werden... es ist der Durchgang unterhalb der K"niglichen Bibliothek, hinter dem Schrank, der zur s"dlichen Klippe des Roten Bergfrieds f"hrt. Dort k"nnen wir uns treffen."
"So sei es", jaulte der Prinz mehr als befohlen, bevor er sich umdrehte und mit Sandor im Schlepptau weiter den Korridor entlang stolzierte.
Dem Hund gefiel es immer weniger.
Nach einem kurzen Rundgang durch die Bibliothek nahm Joffrey eine scheinbar zuf"llige Schriftrolle aus den unvollendeten Forschungen des Hochmaesters Pycelle an sich. Er rollte es zusammen und folgte ihm, wie Baelish es ihm erkl"rt hatte, hinunter in den verborgenen Gang unter der Bibliothek. Seltsamerweise sagte Joffrey kein Wort zu Clegane, als er durch die feuchte H"hle ging. In der Ferne tobte das Meer, und in dem L"rm konnte man fast die fernen Wellen sehen, die gegen die Felsen schlugen und sich zu reißenden Strudeln verschlangen. Es war ein langer Abstieg.
Unten wandte sich der Prinz schließlich Sandor zu.
"Clegane, bleib im Schatten und sorge daf"r, dass Baelish keine weiteren M"nner mitbringt. Wenn er allein ist, dann mischt euch nicht ein", befahl er.
Der Hund nickte, trotz der Vorahnung, die ihm riet, sich von all dem fernzuhalten.
W"hrend Sandor sich am Rand der H"hle niederließ, die einen schweren Schatten auf ihn warf, stand Joffrey am Rand der Klippe und beobachtete die Wellen. Als auf dem Weg Schritte zu h"ren waren, drehte sich der Prinz um und grinste.
"Baelish, warum dauert das so lange?"
Lord Baelish schritt geschmeidig auf ihn zu und zeigte dabei sein allwissendes L"cheln.
"Ich musste nachsehen, was der Eunuch jetzt tat, und ging dann sofort zu dir, mein Prinz. Und ich habe mich vergewissert, dass er noch nicht aus dem Roten Bergfried entkommen ist," teilte er ihm mit.
"Gut", sagte Joffrey und reichte ihm die leere Schriftrolle, "hier ist der Beweis."
Baelish trat noch einen Schritt vor, um im durch den H"hleneingang str"menden Tageslicht lesen zu k"nnen. Er senkte die Schriftrolle jedoch schnell.
"Was zum... UGH", st"hnte er... nachdem Joffrey einen Dolch herausgezogen und ihn Lord Baelish in den Bauch gerammt hatte.
Er brachte nur noch ein Keuchen zustande, bevor Joffrey, der den Dolch einen Augenblick lang aus der Wunde gezogen hatte, mit zunehmender Wut und Ver"rgerung immer wieder auf ihn einstach.
"F"nfzig-f"nfzig, du kleiner Mistkerl*, bei dir steht es immer f"nfzig-f"nfzig. Zum Gl"ck war mir das Schicksal dieses Mal hold." Er sagte es ihm und schlug weiter zu. Baelish war von dem, was geschah, v"llig gel"hmt. Er "ffnete den Mund, um etwas zu sagen, aber er brachte kein Wort heraus. Verdammt, Sandor ahnte, dass etwas nicht stimmen w"rde, aber darauf war er nicht vorbereitet.
(* Un"bersetzbares Wortspiel: "Littlefinger" — Kleiner Finger, "Littlefucker" — kleiner Bastard.)
"Man kann der Versuchung einfach nicht widerstehen, seinen Rivalen loszuwerden." sagte Joffrey, w"hrend er die Klinge an Lord Baelishs Oberschenkel reinigte. "Leb wohl, Petyr", schloss er und stieß ihn von der Klippe hinunter in die aufgew"hlte Meerenge.
Joffrey blickte nach unten und vergewisserte sich, dass Baelish tot war. Dann schienen nach und nach die Wut und das Vergn"gen, die ihn erf"llt hatten, als er die Spottdrossel immer wieder schlug, nachzulassen. Er blickte auf seine H"nde, die nicht zitterten. Es schien, als blicke der Prinz sie mit einer Mischung aus Demut, Abscheu und, wie Sandor vermutete, einer so intensiven Selbsterniedrigung an, dass er selbst "berrascht war, dass der Prinz sich nicht noch einmal "bergab.
Joffrey ging vom Tatort auf den Bluthund zu und steckte dabei einen sauberen Dolch in die Scheide.
Alles in Ordnung, Clegane, entweder hat er Lord Arryn selbst vergiftet, oder — was gleichbedeutend ist — er war aktiv daran beteiligt. Er war ein wilder Hund", der Prinz hielt kurz inne. "Nichts f"r ungut. Er stellte eine Gefahr f"r das K"nigreich dar. Es wird f"r alle besser sein." sagte Joffrey, w"hrend er dem Bluthund immer n"her kam.
Sandor ließ seine Hand am Griff seines Schwertes.
Ihm war der "kleine Bastard", wie Strange Joffrey ihn genannt hatte, v"llig egal. Seine Vorsicht galt nicht dem Mord an ihm, sondern der Tatsache, dass nun offensichtlich war, dass Joffrey nicht mehr der Mann war, der gestern Abend zu Bett gegangen war. Und als er ihm nun in die Augen blickte, dachte er, der Junge sei im Schlaf um tausend Jahre gealtert.
Wenn wir handeln, dann handeln wir jetzt. Er hat soeben den Mord an einem Lord miterlebt, und niemand kann sagen, was Strange Joffrey als N"chstes tun wird. Sandor dachte eine Weile nach, der Prinz sah zufrieden aus und lenkte ihn nicht ab.
Schließlich kicherte der Hund.
"Wenn du so etwas noch einmal versuchst, ohne mir vorher Bescheid zu sagen, gehe ich direkt zu Robert, und das ganze Gold in den Westlanden ist mir v"llig egal."
Joffrey wirkte mit dieser Antwort zufrieden und nickte, als h"tte er dies erwartet.
"Okay, danke, Sandor." sagte er und ging zur"ck zum Roten Bergfried.
Der Hund sch"ttelte nur den Kopf. "Irgendwie habe ich das Gef"hl, das ist erst der Anfang..."
Capitel 1.2
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